Ein Brautshooting während einer Hochzeit findet meist innerhalb eines begrenzten Zeitfensters statt. Trotzdem sollen unterschiedliche Aufnahmen entstehen. Dafür muss nicht jede Position vollständig vorgegeben werden. Bereits kleine Änderungen bei Stand, Blickrichtung und Abstand erzeugen neue Bildsituationen.

Neben ruhigen Porträts können kurze Bewegungsabläufe fotografiert werden. Einige Schritte, eine Drehung zur anderen Person oder das Wechseln der Blickrichtung verändern die sichtbare Körperhaltung innerhalb weniger Sekunden. Der Fotograf kann einen solchen Ablauf mehrfach auslösen und anschließend verschiedene Phasen der Bewegung auswählen.

Kurzfassung

  • Ausgangspositionen lassen sich durch kleine Bewegungen in mehrere unterschiedliche Motive überführen.
  • Hände können einen Brautstrauß halten, ineinandergelegt oder am Arm der anderen Person positioniert werden.
  • Bei unterschiedlichen Körpergrößen verändern Standfläche, Abstand zur Kamera und Gewichtsverlagerung die sichtbaren Proportionen.
  • Blickrichtungen lassen sich unabhängig von der übrigen Körperhaltung variieren.
  • Ganzkörperbilder, Halbporträts und Detailaufnahmen zeigen dieselbe Situation aus verschiedenen Entfernungen.

Ausgangspositionen für mehrere Aufnahmen

Eine Fotoserie kann mit einer einfachen Stellung beginnen. Beide Personen stehen nebeneinander oder drehen den Oberkörper leicht zueinander. Schultern und Füße müssen dabei nicht vollständig parallel zur Kamera ausgerichtet sein. Schon eine leicht versetzte Stellung erzeugt andere Linien im Bild.

Bei Brautpaar-Posen muss daher nicht jede Einzelheit für eine einzelne Aufnahme festgelegt werden. Eine Ausgangsposition bestimmt zunächst den Standort beider Personen. Danach können Kopfhaltung, Armposition und Abstand nacheinander verändert werden.

Auch die Gewichtsverteilung verändert die sichtbare Haltung. Liegt das Körpergewicht überwiegend auf einem Bein, verschieben sich Hüfte und Schulterlinie leicht. Ein Schritt zur Seite oder nach vorn erzeugt eine weitere Variante, ohne dass das Paar vollständig neu aufgestellt werden muss.

Kurze Bewegungen innerhalb des Shootings

Gehen eignet sich für Bildserien, weil sich Beine, Arme und Kleidung während weniger Schritte fortlaufend anders anordnen. Das Paar kann nebeneinander laufen, sich ansehen oder den Blick nach vorn richten. Der Fotograf hält einzelne Phasen dieses Ablaufs fest.

Ein Ortswechsel ist dafür nicht zwingend erforderlich. Eine Person kann sich aus einer seitlichen Stellung langsam zur anderen drehen. Aus einer Position mit etwas Abstand kann anschließend ein Einhaken oder eine Umarmung entstehen. Auf diese Weise verändert sich die Szene schrittweise.

Für bewegte Aufnahmen ist der Zeitpunkt des Auslösens technisch bedeutsam. Eine kurze Belichtungszeit kann Bewegungen scharf abbilden, während längere Zeiten Bewegungsunschärfe sichtbar machen. Die erforderliche Einstellung hängt unter anderem davon ab, wie schnell sich das Paar bewegt.

Hände in die Körperhaltung einbeziehen

Bei einem stehenden Porträt sind Hände deutlich sichtbar. Eine konkrete Position verhindert, dass beide Arme ohne Bezug zum restlichen Körper seitlich herabhängen. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Eine oder beide Hände können den Brautstrauß halten. Ebenso können sich beide Personen an den Händen fassen oder einen Arm einhaken. Bei einer engeren Position kann eine Hand am Oberarm, an der Schulter oder am Rücken der anderen Person liegen.

Detailbilder lösen die Hände aus dem vollständigen Paarporträt heraus. Fotografiert werden können beispielsweise Ringe, ineinanderliegende Hände oder der Brautstrauß zusammen mit Teilen der Kleidung. Aus einer bereits bestehenden Position entsteht dadurch ein zusätzliches Motiv.

Größenunterschiede fotografisch einordnen

Unterschiedliche Körpergrößen sind bei Paaraufnahmen zunächst eine gegebene Eigenschaft des Motivs. Wie deutlich der Unterschied auf dem Foto erscheint, hängt jedoch auch von der Entfernung beider Personen zur Kamera ab.

Steht eine Person näher am Objektiv, erscheint sie im Verhältnis größer. Bei einer frontalen Aufnahme können beide daher ungefähr auf derselben Entfernungsebene positioniert werden. Bei seitlichen Bildern ist ein Versatz dagegen möglich, wenn die unterschiedliche Entfernung bewusst Bestandteil des Bildaufbaus sein soll.

Eine leichte Gewichtsverlagerung verändert ebenfalls die Körperhöhe und Haltung. Starkes Vorbeugen ist dafür nicht erforderlich. Kleine Veränderungen reichen aus, um Kopf- und Schulterpositionen anders zueinander anzuordnen.

Blickrichtungen getrennt variieren

Die Blickrichtung kann verändert werden, während Füße und Oberkörper an ihrer bisherigen Position bleiben. Zunächst können beide Personen zur Kamera schauen. Für die nächste Aufnahme richtet eine Person den Blick zur anderen, anschließend sehen sich beide gegenseitig an.

Eine weitere Variante entsteht, wenn beide in dieselbe seitliche Richtung blicken. Damit verändert sich das Motiv sichtbar, obwohl Standort und Abstand gleich bleiben.

Diese Arbeitsweise reduziert notwendige Positionswechsel. Innerhalb kurzer Aufnahmephasen lassen sich deshalb mehrere Bilder herstellen, ohne das Paar nach jeder Auslösung vollständig neu auszurichten.

Kamerastandpunkt und Bildraum abstimmen

Der Abstand zwischen Kamera und Paar legt mit fest, welcher Teil der Umgebung sichtbar bleibt. Eine Ganzkörperaufnahme kann größere Flächen des Ortes einbeziehen. Bei einem Halbporträt nehmen Personen mehr Raum im Bild ein, während eine Detailaufnahme nur einen kleinen Ausschnitt zeigt.

Auch der Kamerastandpunkt verändert die Darstellung von Vorder- und Hintergrund. Bei der räumlichen Tiefe gehören Perspektive und die Anordnung verschieden weit entfernter Bildelemente zu den zentralen Merkmalen. Gegenstände im Vordergrund erscheinen größer als weiter entfernte Elemente.

Wege, Mauern, Bäume oder Gebäudeteile können deshalb unterschiedlich stark im Bild erscheinen, obwohl das Paar seinen Standort nicht wechselt. Bereits einige Schritte des Fotografen verändern den sichtbaren Ausschnitt und die räumliche Anordnung.

Wechsel zwischen verschiedenen Aufnahmegrößen

Eine einzige Position muss nicht ausschließlich als Ganzkörperbild fotografiert werden. Nach einer weiter gefassten Aufnahme kann der Fotograf näher herangehen oder einen engeren Ausschnitt wählen.

Beim Halbporträt stehen Oberkörper und Gesicht stärker im Vordergrund. Noch engere Ausschnitte können Hände, Ringe, Kleidungsdetails oder den Brautstrauß zeigen. Die körperliche Ausgangsposition des Paares bleibt dabei weitgehend bestehen.

Der Wechsel der Aufnahmegröße erzeugt eine Bildserie mit unterschiedlichen Ausschnitten. Dadurch müssen für zusätzliche Motive weder ein neuer Ort noch vollständig neue Körperpositionen gewählt werden.

Fazit

Paaraufnahmen können aus wenigen Ausgangspositionen entwickelt werden. Kleine Schritte, Drehungen, wechselnde Blickrichtungen und verschiedene Handpositionen reichen aus, um mehrere voneinander unterscheidbare Motive aufzunehmen.

Kamerastandpunkt, Entfernung und Bildausschnitt erweitern die fotografischen Möglichkeiten zusätzlich. Eine Situation kann als Ganzkörperaufnahme beginnen und anschließend als Halbporträt oder Detailbild festgehalten werden. Auf diese Weise entsteht fotografische Abwechslung, ohne für jedes Bild eine vollständig neue Pose aufzubauen.

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